Wo könnten digitale Helfer euch im Alltag entlasten? Ein kurzer Selbst-Check — als gemeinsame Grundlage, um einen sinnvollen, kleinen ersten Schritt zu finden. Kein Verkauf, keine richtigen oder falschen Antworten.
Fragen vorab? Mail an jan@flowphase.ai
Als gemeinsamer Verständnis-Stand aus unserem Gespräch. Korrigiert uns gern, wo wir danebenliegen — und ergänzt, was fehlt. Ziel ist, dass ihr euch hier wiederfindet.
Ihr seid ein kleines Büro (rund vier Personen) mit zwei Standbeinen: klassische Architektur und Arbeitssicherheit / SiGeKo. Als Projektsteuerer koordiniert ihr die Gewerke und prüft Angebote — abgerechnet wird von den Gewerken direkt beim Auftraggeber. Ein roter Faden: weg vom Gefühl „ich bin nur am Instandhalten, wie ein Hausmeister", wieder mehr Architekt sein — die Technik soll den Backoffice-Ballast abnehmen.
Auf die Frage nach dem Wichtigsten kam klar: „Der Flow im Büro — jeder muss wissen, was er hat, und die Kommunikation miteinander." Es geht nicht um schweres Aufgaben-Management, sondern darum, dass Infos aus dem Alltag nicht verloren gehen:
Mehrfach betont: Es muss einfach bleiben. Aufgabenverteilung bewusst nicht „hoch hängen" — ihr sitzt zusammen und sprecht. „Trotzdem muss es irgendwo stehen, damit man es nicht vergisst."
Bitrix24 ist seit rund einem halben Jahr im Einsatz (extern eingerichtet, ~200 € im Monat, Jahresvertrag aktiv bis 30. September). Heute pflegt ihr dort Projekte (Auftragssumme, eigene Projektnummer — aktuell 893/26, Auftragstyp, Honorar-Basis), die HOAI-Leistungsphasen als Stufen, Aufgaben pro Phase und die Zeiterfassung; Krankmeldungen laufen über einen Link und per E-Mail weiter (auch an die Steuerberaterin). Was konkret hakt:
Bevor ihr weiter unterschreibt, wollt ihr erst einen Vorschlag sehen, wie es schlanker geht (ggf. Umstieg auf einen Monatsvertrag).
Der am häufigsten betonte Punkt: „Für mich muss es einfach sein." Das Bild dazu — Bitrix ist „ein Samsung mit 58 Funktionen, ich will ein iPhone". Es geht um Bedienbarkeit, nicht um Funktionsumfang; und die Outputs (Stundennachweise, Rechnungen) sollen auch ordentlich aussehen. Eine reine Code-/Entwickler-Oberfläche kommt fürs Team nicht in Frage. Als positives Vorbild habt ihr ein branchenspezifisches Tool gezeigt („Unterm Strich"), das genau eure Bausteine schlank vereint (Zeiterfassung, Aufgaben, Mitarbeiter, Projekte, Angebote, Urlaub, Adressen).
Gerade die Arbeitssicherheits-Angebote sind stark standardisiert (Entfernung zur Baustelle, Begehungen pro Monat, Laufzeit → Excel-Kalkulation → Pauschale + Verlängerungspreis): „Ich muss nur eine Zahl anpassen." Auch die Angebotstexte sind im Kern gleich und werden je Anschreiben leicht angepasst — Wunsch: individualisiert „auf Knopfdruck". Heute ist das CRM nicht mit einem Angebots-/Rechnungsprogramm verbunden — das wäre ein klarer Mehrwert. Über die Jahre ist ein großer Bestand an Einzel-Angeboten entstanden, „die sind alle anders" — die Bausteine wiederholen sich, eine durchgängige Standardisierung fehlt.
Ein ausdrücklich als „toller Punkt" markierter Bedarf: „Du müsstest eigentlich einen haben, der jeden Tag nach allen Normen guckt." Es geht um die Hessische Bauordnung und ihre Ausführungen. Schmerz-Beispiel: Bauantrag am 30.08. abgegeben, am 01.09. gab es bei derselben Behörde ein neues Formular — eingereicht wurde noch das alte (eine Woche vorher geladen). Wichtig eure Unterscheidung: in der Ausführung sind aktuelle Änderungen (Brandschutz, Statik, Denkmalschutz) besonders kritisch. Eine verlässliche „Was ist neu?"-Quelle fehlt heute.
Fristen trackt ihr bewusst nicht systematisch — in Bitrix probiert und gelassen: „Die Fristen machen uns fertig." Wenn alles dauernd rot wird, schiebt man sie nur weiter. Viele Projekte laufen ohnehin lange. Aktuell liegen Fristen und Zahlen „im Kopf" — mit dem ehrlich benannten Risiko, dass bei deinem Ausfall niemand den Stand kennt. Gewünscht ist eher ein entlastendes Termin-System, das die richtigen Leute automatisch erinnert, statt Dauer-Rot zu erzeugen.
Wichtig, aber von euch bewusst hinten angestellt. Trotzdem detailliert geschildert: Ihr sichtet mehrere Portale parallel (HAD, Vergabeplattform Marburg, RIB/iTwo u. a.), gesteuert über CPV-Codes, mit täglichen Morgen-Mails (bewusst zwei Radien: weit + eng). Das Sichten kostet „ein paar Stunden"; die echte Last kommt erst bei der Teilnahme:
Für Bewerbungen werden immer wieder Referenzdatenblätter gebraucht (Anforderungen variieren, z. B. „letzte 8 Jahre", Mindestgröße) — heute jedes Mal mühsam zusammengesucht und in fremde Formulare übertragen. Eine strukturierte Stammkunden-/Stammdaten-Liste existiert nicht; Wissen verteilt sich über Notizen.
Es gibt eine feste Ordnerstruktur auf dem Server, abgelegt nach Projektnummern — aber nicht mit Bitrix verknüpft („aus Bitrix kommt gar nichts"). Wiederkehrende Dokumente (Besprechungsnotizen, Aktenvermerke, Vergabevorschläge, Protokolle, Beteiligtenlisten) sind eigentlich standardisierbar, aber es fehlt die Zeit; beim Zusammenbauen „zerschießen" sich Templates schnell. Fotos sind ein wichtiger Wissensspeicher (tausende Baustellenfotos — du kannst aus einem Bild den Kontext rekonstruieren). Als „Zweitgehirn" dienen iPad/GoodNotes und neuerdings Diktat/Transkription über Word (mit Erkennungsfehlern bei Eigennamen).
Die Telefonie wird gerade auf den Rechner umgestellt. Kalender laufen doppelt (Google + Outlook, teils doppelt eingetippt) — die sollten miteinander sprechen. Projekt-Mails gehen bewusst an alle im Team (damit jeder die Projekte kennt). Mit dem externen IT-Dienstleister gibt es Reibung (wenig proaktiv, als kleiner Kunde nachrangig).
Abgerechnet wird heute außerhalb von Bitrix; Abschlagszahlungen werden händisch eingetragen. Die HOAI-Logik (anrechenbare Kosten, Prozente über die Leistungsphasen, bei langen Projekten 10–15 Abschläge, oft Teilzahlungen) rechnet inzwischen eine eigene Excel zusammen — früher mit dem Taschenrechner, mit Fehlerrisiko. Eingangsrechnungen landen im Monatsordner und gehen über DATEV an die Steuerberaterin. X-Rechnung ist ein offenes Thema (auch im Umfeld befreundeter Büros): „Was müssen wir da eigentlich machen?" — aktuell teils noch Word, was nicht konform ist. Dazu drückt die Abo-Last vieler Fachprogramme (ArchiCAD, AVA/Ausschreibung, Office …) — der Wunsch, Kosten kritisch zu prüfen, ist deutlich.
Es geht euch ausdrücklich nicht primär um Kostensenkung, sondern um zurückgewonnene Zeit: „Wüsste ich, wo die Zeit hingeht — die will ich haben." Backoffice-Zeit zurückholen, um wieder mehr echten Wert für die Kunden zu liefern, und um Work-Life-Balance. Der persönliche Kundenkontakt soll bewusst persönlich bleiben — die Technik entlastet dahinter, sie ersetzt ihn nicht.
Über allem die Grundbedingung: einfach, übersichtlich und schlank — auf eure Bürogröße zugeschnitten, vom ganzen Team bedienbar, mit klaren Datenschutz-Grenzen.
Die Datenhoheit / das Hosting (wo Daten und Rechenleistung liegen, DSGVO) haben wir nur gestreift — das legen wir gemeinsam fest. Und wir ergänzen kurz eine Übersicht eurer Fachprogramme/Datenquellen (ArchiCAD, DATEV, Google/Outlook, Microsoft 365, Bitrix24 …), damit eine spätere Anbindung sauber geplant ist.
→ Genau diese Punkte schärfen wir mit der Checkliste weiter unten gemeinsam. Markiert einfach, was passt, was fehlt und was euch am meisten drückt.
⬇ Als PDF herunterladenKurz vorab: Diese Liste ist eure Landkarte, keine Bestellung. Kreuzt einfach an, was euch im Alltag wirklich Zeit oder Nerven kostet — was draufsteht zählt, nicht ob ihr's schon perfekt formulieren könnt. Wie wir die Punkte dann angehen — ob ihr mit unserer Unterstützung selbst etwas aufbaut oder wir es für euch übernehmen — entscheiden wir gemeinsam im nächsten Schritt, entlang eurer Prioritäten.
Geht die Liste in Ruhe durch. Hakt pro Punkt ab, ob ihr das braucht oder ob es für euch nicht relevant ist (egal ob ihr es schon habt oder es euch nicht interessiert). Bei „das brauchen wir" gebt bitte noch die Wichtigkeit von 1–5 an (1 = niedrig, 5 = hoch). Am Ende ist Platz für das, was hier fehlt. Falls wir etwas falsch verstanden haben oder ein Thema fehlt — einfach korrigieren bzw. ergänzen.
Pro Punkt steht kurz, was gemeint ist und der ✓ Nutzen. Die farbigen Balken zeigen die Art des Nutzens:
Datenschutz ist für uns der Ausgangspunkt, nicht der Nachgedanke — gerade bei euren öffentlichen Auftraggebern. Jede Lösung richten wir DSGVO-konform ein.
Das Kern-Thema aus dem Termin: einfacher Überblick + Kommunikation im Team — der schlanke Gegenentwurf zu einer überladenen Plattform.
Aufträge finden und gewinnen — VOB/A-Welt.
Von der Idee bis zur Baugenehmigung (HOAI 1–5).
Leistungen ausschreiben und Angebote auswerten (HOAI 6–7).
Sicherheit und Dokumentation auf der Baustelle (HOAI 8).
Termine, Kosten und Qualität im Griff.
Der Papierkram, der neben dem Eigentlichen läuft.
Damit Informationen wiederfindbar sind und nicht in Köpfen hängen.
Das haben wir aus dem Termin mitgenommen. Wenn etwas anders läuft, korrigiert uns gern — und ergänzt, wo uns noch was fehlt.
Zeiterfassung — so haben wir's verstanden:
Wo wir noch nachfragen würden:
Wo kostet euch der Alltag am meisten Zeit oder Nerven — und steht oben nicht?
Wenn ihr nur EINE Sache lösen könntet — welche wäre es?

